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Florence Schust kam 1943 als Leiterin der Planungsabteilung in die Firma von Hans Knoll. Ihr breitangelegtes Studium hatte sie an der Cranbrook Academy of Art in Michigan begonnen, in London an der Architectural Association fortgesetzt und dort das Diplom abgelegt. Das Abschlussjahr bei Mies van der Rohe am Armour Institute, dem späteren Illinois Institute of Technology in Chicago, bezeichnete sie als "very valuable". 1946 heiratete sie Hans Knoll. Ihre Kontakte verschafften der Firma so bedeutende Möbelentwerfer wie Mies van der Rohe, Eero Saarinen, Harry Bertoia. Sie beeinflusste Stil, Arbeitsmethoden und Wertempfinden bei Knoll International wesentlich und nachhaltig.
"In den 30er und frühen 40er Jahren", analysierte Florence Knoll die zeitgenössische Situation, "hatten viele Innenarchitekten entweder keine Ahnung von moderner Architektur oder sie standen ihr ablehnend gegenüber. Sie waren zu stark in den Formen und Traditionen der Stilmöbel verwurzelt. Moderne Architekten mussten daher ihre Möbel selbst entwerfen."
So entwarf Florence Knoll komplette Innenausstattungen, die die Architektur der Gebäude berücksichtigten und auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten waren. Diese Voraussetzungen sind heute allgemeine Praxis. Vor 50 Jahren jedoch bedeuteten sie ein revolutionäres Konzept.
Von ihren Möbeln sagte sie bescheiden: "Ich gestaltete nur Lückenfüller." Doch sind die Sofas, Kommoden, Konferenz- und Schreibtische sowie Sessel von Florence Knoll längst zu modernen Klassikern geworden, zu funktionalen Objekten von zeitloser Eleganz. |